Bildung für Nachhaltige Entwicklung bei BAGAGE

Die Pädagogische Ideenwerkstatt BAGAGE ist seit dem Sommer 2026 als BNE-Bildungsträger zertifiziert. 

BNE bedeutet für uns in erster Linie:

  1. Wir fühlen uns den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen verpflichtet.
  2. Wir fördern mit unserer Bildungsarbeit die verschiedenen Gestaltungskompetenzen der Teilnehmenden 
  3. Alle didaktischen Prinzipien der BNE sind Leitlinien der Gestaltung unserer Seminare
  4. Das Ziel des nachhaltigen Lebens und Wirtschaftens verfolgen wir sowohl individuell als auch als ganze Organisation

1. Nachhaltigkeitsziele

Von den 17 Sustainable Development Goals sehen wir vor allem "Hochwertige Bildung" und "Nachhaltige Städte und Gemeinden" in unserem Einflussbereich. Nachhaltigkeit in einem Gemeinwesen besteht für uns darin, die Arbeitskraft von Pädagog:innen als tragende Säulen der Kommune zu erhalten und zu stärken, einem möglichen Burnout vorzubeugen. Gesunde Pädagog:innen, die fachlich auf dem Laufenden sind und in deren Einrichtung alle Stellen besetzt sind, können hochwertige Bildung im Sinne von sozial-emotionaler Bildung an die Kinder weitergeben. 

Kinder brauchen kompetente Begleitung durch starke Erwachsene die wissen, warum sie tun was sie tun und das auch gerne tun. Pädagogische Fachkräfte sollen in erster Linie Ermöglicher von glücklicher kindlicher Entwicklung sein, indem sie Freiräume schaffen und Anregungen geben, ohne zu sehr zu lenken. Möglichst viele Pädagog:innen genau in diesem Ermöglichen und in der Freude daran zu fördern, ist die Vision von BAGAGE.

2. Gestaltungskompetenzen

Für BAGAGE ist es sehr wichtig, sowohl Sach- und Methodenkompetenz, Selbstkompetenz als auch Sozialkompetenz im Sinne einer humanistischen Pädagogik zu vermitteln (vgl. BNE-Kompetenzmodell nach de Haan). Sozialkompetenz ist sicherlich eine Voraussetzung für die Arbeit in pädagogischen Tätigkeitsfeldern, wird aber vor allem da herausgefordert, wo Veränderungen im pädagogischen Team zu bewältigen sind. Selbstkompetenz ist entscheidend für die Reflexion des eigenen Wertekompasses und wird in vielen Seminaren in Form von biografischem Arbeiten gestärkt. Sach- und Methodenkompetenz erweitern wir durch die Anregung zum Perspektivwechsel sowie durch eine möglichst große Methodenvielfalt, wenn es um praktische Ansätze und Lösungen geht.

3. Didaktische Prinzipien

Alle unsere Referent:innen sind einzigartig und arbeiten jeweils mit ihren eigenen Methodensets. Methodenvielfalt innerhalb eines Kurses ist eine Anforderung an alle unsere Referierenden. Diese trägt ebenso zur Perspektivenvielfalt bei wie die partizipative Einbindung der Teilnehmenden in die Seminargestaltung. Perspektivenvielfalt fördert BAGAGE auch durch eine breit gefächerte Altersdurchmischung der Referierenden. Gerade in mehrmoduligen Weiterbildungen ist es uns wichtig, sowohl erfahrene als auch jüngere Dozierende einzubinden.

Allen Seminaren gemeinsam ist, dass der Austausch der Teilnehmenden untereinander einen wichtigen Platz einnimmt. Im Auswertungsfragebogen ist dem kollegialen Austausch eine Skalierungsfrage gewidmet. Teilweise gelingt es sogar, einen Austausch über das Seminar hinaus zu vermitteln.

Viele unserer Referent:innen haben eine systemische Ausbildung im Hintergrund und das ist unabdingbar für Themen, die das Gemeinwesen oder das System Familiemit deren Wirkungszusammenhängen berühren. Ein systemisches Grundverständnis halten wir auch für Leitungsfunktionen für unabdingbar. Handlungsorientierung ist in jedem Seminar wesentlich, besonders deutlich wird sie im kreativen Bereich sichtbar. Hier wird vor allem zum Ausprobieren und Erforschen ermutigt, die falsche Überzeugung „ich kann sowas nicht“ hat bei unseren Teilnehmenden nie lange Bestand.

Kleingruppenarbeit ist fast allen Kursen eine bewährte Methode. Dadurch, dass die Teilnehmenden Beispiele aus ihrer eigenen Praxis diskutieren, wird ein deutlicher Lebensweltbezug hergestellt. Handlungsalternativen werden vor dem Hintergrund der Erfahrungen der anderen Teilnehmenden diskutiert und abgewogen.

Die globale Orientierung der Arbeit von BAGAGE zeigt sich bei genauerem Hinsehen. Im kreativen Bereich ist die Perspektive global, die natürlichen Pigmente und ihre traditionelle Verwendung unterscheiden sich von Kontinent zu Kontinent. Auch die frühkindliche Entwicklung und ihre Erforschung ist ein globales Thema, die kulturellen Überformungen werden erst später wichtig und von den Erziehenden wesentlich beeinflusst. Die Werteorientierung von BAGAGE ist im Leitbild so formuliert: „Wir setzen uns für eine solidarische Gesellschaft, gegen Diskriminierung und für faires und nachhaltiges Wirtschaften ein.“

4. Whole Institution Approach

Seit langem selbstverständlich ist für BAGAGE die Beschaffung möglichst nachhaltiger Verbrauchs- und Gebrauchsgegenstände, der Solarstrom vom Dach, das Werben für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Verwendung von recycelten oder ungiftigen Materialien in der kreativen Arbeit.

Sowohl die Teamstruktur als auch die Prinzipien unserer Bildungsarbeit beruhen auf Partizipation, Handlungsorientierung und Werteorientierung.

5. Unsere Auffassung von Pädagogik

Unser wichtigstes Ziel ist es, eine humanistische Pädagogik zu vermitteln, die das Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung ernst nimmt und es auf Augenhöhe aktiv dran beteiligt. Dieses Ziel verfolgen wir unter anderem durch die Vermittlung künstlerisch-schöpferischer Erkenntnisse mit dem Fokus, die eigenständige Identität von Kindern zu fördern und zu bewahren.

Für die Entwicklung dieser eigenständigen Identität spielt der Zusammenhang zwischen Bildung, Kreativität und freiem Spiel eine entscheidende Rolle. Das spielerische Ausprobieren ermöglicht eine Horizonterweiterung, die jedem nachhaltigen Lernen zugrunde liegt. Wir sehen also die Kinder, eigentlich jeden Menschen, als Akteure, Konstrukteure und Protagonisten, die sich spielend ihre Welt erobern.

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